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Holz ist gut fürs Klima und Berlin

10.01.2019


mikado-Interview
Holz ist gut fürs Klima und Berlin
Am 22. März 2018 beschloss das Abgeordnetenhaus eine
Änderung der Berliner Bauordnung. In Paragraf 26 Abs. 3 wird
eine Regelung zur einfacheren Genehmigung von
Gebäuden aus Holz bzw. mit tragenden Teilen aus Holz eingeführt.
▸▸Ralf Schumann (Schumann Holzbau, Berlin)
ist Vorsitzender des Landesverbandes Bauhandwerk Brandenburg und Berlin e.V. im ZDB < 
mikado: Herr Schumann, was genau bedeutet der neue Paragraf
für den Holzbau in Berlin?

Ralf Schumann: Zunächst einmal war Berlin, was den mehrgeschossigen Holzbau angeht, durchaus immer sehr fortschrittlich.
Ich erinnere an das erste in Berlin gebaute Mehrfamilienhaus
aus Holz im Stadtteil Prenzlauer Berg vor rund zehn Jahren.
Später folgten weitere Gebäude. Vorreiter war hier der Architekt
Tom Kaden. Vor allem unter Berliner Architekten hat der Holzbau
einen guten Ruf. Diese Projekte waren also schon immer möglich.
Allerdings benötigte man dafür teure Einzelfallprüfungen
in Bezug auf den Brandschutz.
Das hat die Verwendung von Holz bei mehrgeschossigen Bauten
stark benachteiligt. Mit dem neuen Paragrafen in der Berliner
Bauordnung wird nun eine Regelung eingeführt, die die Genehmigung von Gebäuden aus Holz beziehungsweise von Gebäuden mit tragenden Teilen aus Holz vereinfacht. Das ist gut
für den Klimaschutz und für uns Berliner. Berlin braucht dringend
mehr Wohnraum und gerade für die städtische Nachverdichtung
und Aufstockungen gibt es aufgrund seiner statischen und ökologischen Eigenschaften keinen geeigneteren Baustoff als Holz.
Wie können die Berliner (und umliegenden) Holzbaubetriebe
von dieser Neuregelung profitieren?

Sicherlich wird der neue Paragraf eine neue Dynamik im Markt Geschehen mitbringen. Unsere Holzbauunternehmen in Berlin
oder im Berliner Umland sind ja eher mittelständisch geprägt.
Aber gerade für sie sehe ich Möglichkeiten, wenn es um
Aufstockungen in Bestandsgebäuden geht.
Baden-Württemberg, Hamburg und jetzt Berlin. Sehen Sie in den
Änderungen der Bauordnungen einen allgemeinen Trend für die
Bundesrepublik?

Noch spielt der mehrgeschossige Holzbau in den Städten eine eher bescheidene Rolle. Wir liegen hier bei noch unter vier Prozent Marktanteil. Viele Bauordnungen bilden die Leistungsfähigkeit des modernen Holzbaus noch nicht ab. Aber sicherlich sind wir auf einem guten Weg, wenn immer mehr Bundesländer für den Holzbau sensibilisiert werden.
Haben Sie einen Tipp für Ihre Kollegen in den Landesverbänden,
wie sie den Holzbau auch in ihrem Bundesland noch weiter
voranbringen können?

Ich denke, die Kollegen machen das alle schon sehr gut. Über
kurz oder lang werden auch die übrigen Bundesländer von
den Vorteilen des Baustoffs Holz überzeugt sein. Ganz hilfreich
sind in diesem Zusammenhang sicherlich auch die
Musterstellungnahmen, die von Holzbau Deutschland mit erarbeitet und den Landesverbänden zur Verfügung
gestellt wurden.
Vielen Dank für das Gespräch.

 

Kontakt

Landesverband Bauhandwerk Brandenburg und Berlin e.V.

Andrea Eberhardt

Otto-Erich-Straße 11 -13

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Tel (0331) 270 02 33

Fax (0331) 270 56 33

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